Mineralogische Eigenschaften der Steine
Steine, die zur Herstellung von Juwelen und Ziergegenständen Verwendung fanden, wurden früher in Edelsteine und Halbedelsteine bzw. Schmucksteine eingeteilt. Die Grenzen zwischen diesen Kategorien waren nicht eindeutig, manche Steine konnte man nur schwer einordnen. Als Edlesteine wurden vor allem seltene Mineralien angesehen, besonders schöne oder solche, die härter als Quarz sind.
Heutzutage wächst die Zahl der unterschiedlichen Edelsteine ständig und wird immer unübersichtlicher. Viele neu entdeckte Steine entsprechen nicht der ursprünglichen Ordnung-sie sind zwar selten und bemerkenswert durch Aussehen und Farbe, haben aber nicht die notwendige Härte.
Anstelle der alten Einordnung wird im Folgenden die allgemeine Bezeichnung Edelstein verwendet.
So wie alle Mineralien zeichnen sich die Edelsteine durch ihre spezifischen physikalischen Eigenschaften aus.Es sind dies die Härte, Dichte, Farbe, Glanz, Bruch, Spaltbarkeit, Kristallform und chemische Zusammensetzung.
Diese Eigenschaften sind für die Einordnung und die Echtheit der Edelsteine bestimmend.
Dies ist wichtig zur Unterscheidung der echten Steine von synthetischen oder von Nachahmnungen, die durch Erhitzen, Färben oder Bestrahlung anderer Mineralien entstehen.
Der Rubin
Bezeichnung nach lateinisch rubens - rot.
Der Rubin mit der Farbe von Taubenblut wird seit früher Zeit hoch geschätzt.
Die ältesten schriftlichen Berichte über die Förderung von Rubinen sprechen von Gruben in Birma.
Von hier gelangen die Steine auf Handelswegen an die Herrscherhöfe und in die Tempel der alten Ägypter und Griechen.
Im Mittelalter waren Rubine auch in Rom beliebt. Anfangs wurden sie zu ovalen Formen verarbeitet und besonders große und schöne Steine hatten eigene Namen.
Der Rubin wurde als Stein der Lebens angesehen, der das Herz stärkt und die Kraft zurück gibt.
Ebenso hatte er eine mythologische Bedeutung, er schützte die Gläubigen vor dem Teufel und bewahrte sie vor der Pest.
Pflege des Rubins
Mit kaltem Wasser entladen und im Sonnenlicht kurz aufladen.
Vorkommen
Birma, Thailand, Kambodscha, Afghanistan, Kolumbien
Der Granat
Benennung nach dem lateinischen granatus - Korn
Seit alters her beliebt, das beweisen die Funde bei den Skythen ( aus dem 6-4 Jahrhundert v.Chr.).
Plinius nannte die Granate zusammen mit anderen roten Steinen - Karfunkelsteine-. Von der gesamten Granat - Gruppe war der Pyrop wohl am beliebtesten. Er wurde im 16. Jahrhundert in Böhmen häufig verarbeitet.
Man trug den Granat am Hals gegen den bösen Blick.
Dem Granat wurde magische Kraft zugeschrieben, er stärkte die Vitalität, schützte vor Feinden und förderte die Phantasie.
Er ist der Stein der Liebe.
Pflege des Granats
Unter fließendem Wasser entladen, dann in eine starke Kochsalzlösung eintauchen und im Sonnenlicht aufladen.
Vorkommen
Böhmen, Republik Südafrika, Rußland, USA
Der Amethyst
Benennung nach dem griechischen ametystos - nicht berauschend
Amethyst ist die begehrteste und schönste Quarzart. Schon die Ägypter, Etrusker und Römer kannten ihn.
Im alten China wurden aus Amethyst kleine Gemmen hergestellt. Im Mittelalter war er auch in Europa hoch geschätzt. Er wurde Bischofsstein genannt und sollte magische Kräfte besitzen.
Der Amethyst war das Symbol der Verliebten, er war der Stein der Enthaltsamkeit, schützte vor Zauber und Hexerei und verhinderte Trunkenheit.
Pflege des Amethyst
Unter fließendem Wasser entladen und kurz im Sonnenlicht aufladen.
Vorkommen
Brasilien, Bolivien, USA, Sri Lanka, Indien
Der Aquamarin
Benennung nach der Farbe des Meerwassers, lateinisch aqua marina
Der Aquamarin ist einer der beliebtesten Edelsteine. Er wurde vor allem im Mittelalter hoch geschätzt.
Oft bildet er große Kristalle, die einen eigenen Namen und eine besondere Geschichte haben. Aquamarin wurde in Kronjuwelen eingesetzt und entsprechend geschliffen.
Schon am Ende des Jahres 1300 wurden aus Aquamarin die ersten Linsen geschliffen.
Mittelalterlichen Astrologen zufolge hat der Aquamarin die Macht, das Meer zu beruhigen.
Er war Granat für die Freundschaft und Gerechtigkeit, sein Besitzer war aller Sorgen ledig.
Pflege des Aquamarins
In fließendem Wasser waschen und zyklisch im Sonnenlicht aufladen.
Vorkommen
Brasilien, Madagaskar, USA, Rußland, Sri Lanka
Der Turmalin
Benennung nach dem singhalesischen Wort turamali - mehrfarbig
Im Jahre 1703 brachten Holländer von Sri Lanka Steine mit der Bezeichnung - turmali - nach europa.
Als Edelsteine verwendete man seit jeher Rubellite- sie dienten den künstlern als Talismane, da sie die künstlerische Schaffenskraft anregen sollten.
Durch ihre elektrischen Eigenschaften sind sie zur Übertragung von Energie vorbestimmt.
Der Turmalin wurde zum spirituellen Stein.
Pflege des Turmalins
In Wasser reinigen und im Sonnenlicht aufladen
Vorkommen
Brasilien, USA, Madagaskar, Sambia, Rußland
Der Bergkristall
Die Benennung stammt vom griechischen krystallos - Eis
Schon der Mensch des Mesolithikums kannte den Bergkristall. Zur Zeit der Römer gelangte er aus den Alpen unter der Bezeichnung - versteinertes Eis - auf dem Markt.
Die Völker des Ostens erkannten den Bergkristall als Stein der Gedult und der Vollkommenheit an. Die Tibeter benutzten ihn zur Wundheilung.
Aus Bergkristall wurden Kugeln für magische Zwecke geschliffen.
Mit ihnen heilte man Magen- und Halsschmerzen.
Das trinken aus einer Kristallschale schützte vor Zahnschmerzen.
Pflege des Bergkristall
Im Wasser reinigen und im Sonnenlicht aufladen
Vorkommen
Indien, Sri Lanka, Birma, Kenia, Madagaskar
Der Rosenquarz
Benennung nach der Farbe
Der Rosenquarz bereits in der Antike verehrt und als Stein der Liebe und des Herzens getragen.
Heutzutage gewinnt der Rosenquarz immer mehr an Bedeutung
und zwar als Mittel zur Neutralisierung
von Einflüssen der gesunden Umwelt auf den Organismus.
Pflege des Rosenquarz
Im Wasser entladen und im indirektem Sonnenlicht aufladen.
Vorkommen
Madagaskar, Sri Lanka, Kenia, Brasilien, USA
Der Türkis
Benennung nach dem französichen Namen der Türkei - Tourquise
Seit alters her werden aus Türkis Vasen, Ringe, Broschen, Armbänder und dergleichen hergestellt.
Im Mittelalter wurde dem Türkis magische Kräfte zugeschrieben. Man sah in ihm ein Heilmittel gegen Augen - und Magenkrankheiten.
Die Indianer halten ihn für den Beschützer des Körpers, der sie vor Unglück und Unfällen schützen kann.
Im Süd - Iran dient der Türkis als Amulette gegen Armut und gegen den vorzeitigen oder unnatürlichen Tod.
Pflege des Türkis
In lauwarmen Wasser reinigen und im Sonnenlicht aufladen
Vorkommen
Iran, Türkei, Afghanistan, Indien, China
Koralle
Benennung nach lateinisch - corallium- bzw. griechisch - korallion-
Korallen waren in Ägypten beliebt, sie legten die Koralle mit in die Gräber, da man glaubte, sie könnten den Verstorbenen vor den Einfluss der dunklen Mächte beschützen und ihm so sicher ins Jenseits begleiten.
Im Mittelalter verwendete man Korallen zur Behandlung von Augenleiden.
Pflege der Koralle
In kaltem Wasser entladen und nur bei Tageslicht aufladen
Vorkommen
Australien, Frankreich, Spanien, Japan, Taiwan
Der Opal
Name nach dem altindischen Wort -upala - edler Stein
Der Opal diente am Anfang zur Herstellung primitiver Werkzeuge, später dann zur Anfertigung von Zier- und Schmuckgegenständen.
der Edelopal gehört immer zu den geheimnisvollen Steinen.
Dem Opal schreibt man magische Kräfte zu.
Er half gegen Melancholie, beruhigt die Nerven, heilte das Herz, schützt vor Sorgen, gab die Sehkraft zurück und verlieh dem Auge Glanz.
Pflegen des Opals
Mit Wasser abspülen und kurz im Sonnenlicht aufladen
Vorkommen
Indien, Syrien, Australien, USA, Mexiko









